5 Schritte, wie du entspannt kündigst

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Anna starrt gedankenverloren aus dem Fenster. Jeden Satz, den sie gleich zu ihrem Chef sagen will, ist sie gefühlte tausend Mal im Kopf durchgegangen. Trotzdem bringt sie es nicht über sich, das Gespräch zu beginnen. Den ersten Schritt zu machen und an die Tür des Chefs zu klopfen. Wenn sie nur daran denkt, bekommt sie einen Schweißausbruch und zittrige Hände. Kommt dir das bekannt vor?

Du hast dir etwas Wichtiges vorgenommen und schaffst es einfach nicht, es durchzuziehen. Heute mach ichs bestimmt, denkst du. Und dann hat es sich doch nicht ergeben. Der Moment war ungünstig. Es hat einfach nicht gepasst. Egal, morgen mach ichs dann aber wirklich…

Die Angst vor unangenehmen Situationen

Kommt dir das bekannt vor? Hast du einen Job, den du eigentlich nicht mehr machen willst, aber schaffst es nicht, zu kündigen? Man braucht nicht mal Angst vor dem Chef zu haben, um sich vor so einem Gespräch zu drücken. Wir gehen unangenehmen Situationen einfach gerne aus dem Weg. Das ist nur menschlich. Und wenn wir selbst sie erst herbeiführen müssen – klar fällt uns das schwer.

Ich weiß, wie sich das anfühlt.  Und wie mit jedem Mal das schlechte Gewissen größer wird, wenn man sich wieder nicht getraut hat. Ich habe ca. ein halbes Jahr gebraucht, bis ich mich durchgerungen und mit meinem Chef über meine Kündigung gesprochen habe. Und aus meiner Erfahrung hab ich einiges gelernt. Hier erfährst du, wie du dich bei deiner Kündigung weniger stresst und ohne böses Blut gehst.

Diese 5 Schritte helfen dir

          1. Entscheide dich. Klar ist es eine wichtige/große/einschneidende Entscheidung, zu kündigen. Und es ist auch gut, sie zu überdenken und die Vor- und Nachteile abzuwägen. Aber es bringt nichts, dir wochen- oder monatelang den Kopf darüber zu zerbrechen. Bist du unzufrieden? Dann frage dich, woran es liegt. Wenn es an deinen Aufgabengebieten liegt, du den Job aber eigentlich magst – rede mit deinem Chef und schau, ob sich was ändern lässt. Wenn du aber merkst, dass der Job nichts für dich ist – wage den Schritt. Das Wichtigste ist: Entscheide dich!
          2. Setz dir eine Deadline. Wenn du für dich die Entscheidung getroffen hast, zu kündigen, ist das toll. Aber noch nicht genug. Du musst das auch deinem Chef sagen. Und wenn du keine Ausnahme der Regel bist, dann wird dir das schwer fallen. Schieb das Gespräch nicht zu lange vor dir her. Das wird zur Belastung für dich und wirkt sich auf deine Arbeitsleistung aus. Wenn du dich entschieden hast, ziehs durch. Nicht irgendwann nächste Woche oder übernächste, wann es sich mal gut ausgeht. Nimm dir einen konkreten Tag vor – zum Beispiel den Montag oder Freitag der kommenden Woche – und lass keine Ausreden an diesem Tag gelten! Die Angst vor etwas ist oft viel größer, als die Sache selbst. Wenn du das Gespräch geführt hast, wirst du merken, dass die Grübelei davor viel schlimmer war als das Gespräch.
          3. Bereite dich vor. Schau dir deinen Kollektivvertrag und/oder deinen Arbeitsvertrag an. Dann weißt du, wie lange die Kündigungsfrist dauert und ob du nur zu Monatsende oder auch mit Mitte des Monats kündigen kannst. Rechne dir aus, wie viele Urlaubstage du noch offen hast und wann dein letzter Arbeitstag ist, wenn du mit Mitte oder Ende des laufenden Monats kündigst. So zeigst du, dass du nicht aus einer Laune heraus spontan kündigst, sondern dich vorbereitet hast.
          4. Biete eine einvernehmliche Auflösung des Dienstverhältnisses an. Das hat für beide Seiten Vorteile. Wenn du kündigst, hast du z.B. in Österreich erst frühestens nach 4 Wochen Anspruch auf Arbeitslosengeld. Bei einer einvernehmlichen Lösung bekommst du es sofort.  Im Gegenzug kannst du z.B. anbieten, dass du länger als die gesetzliche Kündigungsfrist bleibst, damit ohne Stress eine passende Nachfolge für dich gesucht werden kann. Das kann dann relevant werden, wenn die Kündigungsfrist kurz ist und du noch offene Urlaubstage hast. Sprich an, dass du dich im Guten trennen willst. Das zeigt, dass du keinen Groll hegst und das Unternehmen so verlassen willst, dass beide Seiten gut damit zurecht kommen
          5. Mach es schriftlich. Reiche deine Kündigung auf jeden Fall schriftlich ein und lass dir die Entgegennahme bestätigen. Auch bei einer einvernehmlichen Lösung ist es wichtig, dass du diese schriftlich bekommst. In dem Fall musst du beachten, genau aufzuschreiben, zu welchen Bedingungen ihr euch einvernehmlich trennt. Also wenn du z.B. ein Monat länger bleibst als gesetzlich vorgeschrieben. Ich rate dir, nach Absprache auch den vereinbarten letzten Arbeitstag anzugeben. Dann gibt es im Nachhinein keine Unklarheiten.

    Wenn du doch noch Zweifel hast…

    Diese 5 Schritte helfen dir, zu kündigen, ohne dabei die Nerven zu verlieren. Nimm dir die Zeit, die du brauchst (aber nicht zu lang 😉 ) und dann ziehs durch! Du wirst sehen, eigentlich ist es gar nicht so schlimm. Wenn du ins Zweifeln kommst – schau mal hier rein. Und du wirst überzeugt sein, dass es die richtige Entscheidung ist. Wenn du einmal so weit bist, dass du dir ernsthaft Gedanken über eine Kündigung machst, dann stimmt was nicht. Und dann musst du was ändern.

    Alles was du brauchst ist ein bisschen Mut. Und den Glauben, dass du das schaffst. Weil dann wirst du es auch schaffen. Auf myMONK findest du einen tollen Artikel genau zu diesem Thema.

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    In diesem Sinne – glaub an dich und lass dich nicht unterkriegen!

    Clara

    PS: Hier findest du weitere Infos zum Thema Kündigung und einvernehmliche Lösung.

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