Wie du dich von Zweiflern nicht unterkriegen lässt

Zweifel

Du hast eine Idee. Eine Idee, wie du dein Leben abseits des klassischen 9 to 5 Jobs leben willst. Und du bist super aufgeregt und motiviert.

Läufst mit einem Dauergrinser durch die Gegend. Auf die U-Bahn warten stört dich nicht. Die langsame Oma vor dir an der Kassa findest du entzückend, statt dich über sie zu ärgern. Du schwebst förmlich und bastelst in Gedanken an deinem Traum. Und dann erzählst du einem Freund davon. Nach fünf Minuten ist deine Stimmung dahin. In deinem Kopf sind auf einmal nur mehr Zweifel und Probleme. Kommt dir das bekannt vor?

Gut gemeint ist nicht immer gut

Der Freund meint es sicher nicht schlecht mit dir. In dem Sinn, dass er dir deinen Traum zerstören will. Viel eher projiziert er deine Entscheidung auf sich. Darauf, dass er sich nicht traut, so einen mutigen Schritt zu wagen. Ihm ist die Sicherheit eines festen Jobs – oder zumindest die Illusion davon – zu wichtig. Das aufzugeben ist er nicht bereit. Auch wenn er selbst seine Ideen und Träume hat. Er redet sich ein, dass das nur Hirngespinste sind. Dass man einen Job haben muss, mit dem man Geld verdient. Um seine Miete zu bezahlen. Die Vorstellung, aus dieser Sicherheit auszubrechen, ist für ihn wahrscheinlich ein absolutes Horror-Szenario. Das ist auch vollkommen ok.

Nicht jeder kommt zu dem Punkt, an dem der innere Leidensdruck zu groß wird. An dem man feststellt, dass es so nicht weitergehen kann. Für die nächsten 30-40 Jahre. Wenn die Vorstellung, sein restliches Leben so verbringen zu müssen die eigentliche Horror-Vorstellung ist, dann werden wir aktiv. Dann überlegen wir, was wir ändern können.

Aber von dem Punkt, an dem der Gedanke das erste Mal auftaucht, bis zu dem Moment, wo wir wirklich etwas ändern, ist es oft ein langer Weg. Wieso ist das so?

Zweifel und Zweifler

Einerseits sind da natürlich Zweifel. Es ist ein großer Schritt, dein bisheriges Leben über den Haufen zu werfen und dich der Erfüllung deines Traumes zu widmen. Du wirst dir zu Beginn noch nicht vorstellen können, wie das gehen soll. Das dauert seine Zeit. Zu erkennen, wie der Weg dorthin ausschaut. Was du machen kannst, um dir deinen Traum zu erfüllen. Dir das nötige Wissen oder die Fähigkeiten, die du brauchst, anzueignen.

Andererseits sind da die Zweifler. Das sind die oben beschriebenen Freunde oder die Familie. Wie gesagt – sie meinen es nicht böse mit dir. Sie können deine Entscheidung nur nicht nachvollziehen. Weil es in ihren Köpfen diese Möglichkeiten (noch) nicht gibt. Oder weil sie nicht den Mut haben, sich selbst ihren Träumen zu verschreiben. Und dafür andere Dinge aufzugeben. Den Schritt zu wagen ins Ungewisse. Aber mit der Aussicht auf ein Leben, wie sie es sich erträumen.

Sicher wirst du deiner Mutter keine bösen Absichten vorwerfen, wenn sie sich Sorgen um deine Zukunft macht. Sie will nur das Beste für dich. Und das Beste ist aus ihrer Sicht ein fester Job, bei dem du gut verdienst und die nächsten 35 Jahre bleibst. Dass dich das unglücklich macht, kommt ihr vielleicht gar nicht in den Sinn.

Was kannst du tun, wenn Zweifel durch andere aufkommen?

  • Lasse dich nicht entmutigen. Ich weiß wie schwer das ist. Mit jemandem zu reden, der dir all die Zweifel, die du selbst hast, vor Augen führt. Der dir alles aufzeigt, was schief gehen kann. Wenn du nach so einem Gespräch nach Hause gehst, wirst du nochmal alles überdenken. Ob das wirklich eine gute Idee ist. Ob du es lieber lassen solltest. Wenn du dich bei solchen Gedanken erwischst: Hör auf damit! Sofort! Werde dir bewusst, dass du dich nur von den Ängsten und Zweifeln einer anderen Person anstecken lässt. Dass du deine Entscheidung aus guten Gründen getroffen hast. Und dass du jetzt bestimmt nicht daran zweifeln solltest.
  • Fühle dich nicht persönlich angegriffen. Beziehe es nicht auf dich, wenn jemand deine Entscheidung nicht nachvollziehen oder gutheißen kann. Das liegt an dieser Person. Nicht an dir. Das bedeutet nicht, dass deine Entscheidung schlecht ist.
  • Lasse dich auf keine Diskussion ein. Es bringt nichts, zu diskutieren, wenn man ganz offensichtlich andere Ansichten hat. Versteh mich nicht falsch: Ich finde es wichtig und sehr spannend zu diskutieren. Aber wenn es um eine Entscheidung geht, die du für dich selbst getroffen hast, dann gibts da eigentlich nichts zu diskutieren. Dein Gegenüber kann mit Verständnis, Ablehnung oder sonst was reagieren. Und muss nicht deiner Meinung sein. Aber lass dich nicht in eine Situation bringen, in der du dich rechtfertigen musst.
  • Versuche nicht, andere von deinem Weg zu überzeugen. Du willst nicht, dass dir jemand deine Entscheidung ausredet. Also solltest du auch nicht versuchen, andere zu ihrem Glück zu zwingen. Oder zumindest zu dem, was du als deinen Weg – den für dich richtigen Weg – auserwählt hast. Nur weil etwas für dich passt, muss das nicht für andere gelten. Gerade wenn es darum geht, den eigenen Weg zu finden. Den eigenen Traum. Da gibt es keine allgemein gültige Lösung. Das muss jeder für sich selbst herausfinden.

Denk an diese 4 Punkte

Wenn du das nächste Mal jemanden von deinem Traum erzählst und auf Skepsis und Ablehnung triffst: Denk an diese 4 Punkte. Mach dir bewusst, dass DU an deinen Traum und deinen Weg glauben musst. Nicht die anderen. Lass dir das nicht nehmen.

Sag mir in den Kommentaren: Wie gehst du mit Leuten um, die Zweifel in dir wecken?

In diesem Sinne – glaub an dich und lass dich nicht unterkriegen!

Clara

2 Gedanken zu “Wie du dich von Zweiflern nicht unterkriegen lässt

  1. Hallo Clara,
    auch ich bin natürlich Zweiflern begegnet, als ich mich entschloss, nicht dem Beruf nachzugehen, für den ich mich im Studium entschieden hatte, sondern mich mit einem ganz anderen Thema selbstständig zu machen.
    Du hast Recht – Zweifel spiegeln einfach nur die Ängste und Werte des Gegenübers wieder. Das sollte man sich immer bewusst machen.

    Und noch einen Tipp habe ich: Während viele Zweifler nach der Erklärung unserer Beweggründe unser Vorhaben etwas mehr akzeptieren können, sind andere Zweifler dazu einfach nicht bereit. Sie zweifeln immer und immer wieder an uns und versuchen, uns vom Weg abzubringen. Ob aus Neid oder auch Angst, dass sich durch unsere Veränderung auch ihr Leben verändert. Das ist keine Art, jemanden zu behandeln und solche Menschen haben es auch nicht verdient, Teil meines Lebens zu sein. Das klingt radikal, aber wenn ich mich wieder und wieder rechtfertigen muss, gehe ich auf Abstand.

    Gleichzeitig ist es auch immer gut und wichtig, uns mit Gleichgesinnten zu verknüpfen, von denen wir uns immer wieder Energie und Inspirationen für unser Vorhaben holen können. Ein Umfeld, dass „nur“ akzeptiert, dass wir einen bestimmten Weg gehen, uns dafür aber nicht feiert und eine ganz andere Einstellung zum Leben hat, bringt uns auf Dauer nicht vorwärts.

    Liebe Grüße
    Maike

  2. Hallo Maike.

    Danke für deinen Tipp. Ich gebe dir vollkommen recht. Wir sollten uns mit Menschen umgeben, die uns gut tun. Auch wenn es schwer ist, am Weg ein paar zu verlieren, bei denen man merkt, dass das nicht so ist.
    Meine Erfahrung ist, dass man automatisch offenen und gleichgesinnten Menschen begegnet, wenn man seinen Weg geht. Das ist das Schöne daran.

    Alles Liebe,
    Clara

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